Reality Coaching zur Unterstützung der Inklusion in Unternehmen

Menschen, die infolge eines Unfalls oder einer Erkrankung von einer Behinderung betroffen sind, können oftmals ihren ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben. Für diese Menschen wird im Rahmen der Rehabilitation ein neues Betätigungsfeld identifiziert, für das sie umgeschult werden. Aber: Die Kompetenzen aus ihrem ursprünglichen Beruf können sie in ihrem Umschulungsberuf oft nicht mehr adäquat nutzen, die langjährigen Erfahrungen ihres bisherigen Berufslebens gehen – für sie selbst, aber auch für das Unternehmen – verloren. An dieser Stelle wollen wir mit unserem Projekt anknüpfen, um genau diesen Verlust zu verhindern.

Zentrale Zielsetzung des Projektes ist es, Menschen mit Behinderung zu sogenannten „Reality Coaches“ weiterzubilden und mit diesem neuartigen Kompetenzprofil in neuer Funktion im Unternehmen einzugliedern. Dadurch können sie ihre Kompetenzen und ihr Wissen weiterhin zum Einsatz bringen können.

Durch ein strukturiertes Assessmentverfahren werden geeignete und motivierte Teilnehmer zur Qualifikation zum Reality Coach ausgewählt. Diese durchlaufen sowohl individualisierte als auch kooperative Lernarrangements mit Fokus im professionellen Umgang mit digitalen Medien und verschiedener Formate (z.B. Audio, Video, Text, Sprache) mittels neuer didaktischer Konzepte. Sie werden mit einem integrierten Methoden- und Medienspektrum ausgestattet, das sich inhaltlich – on top auf ihre angestammte Berufsausbildung – an ihrem Einsatz in einem Zielunternehmen orientiert. Teilnehmer werden befähigt, als Ausbilder unter Anwendung moderner digitaler Lern- und Kommunikationsmedien tätig zu sein oder als Fachkraft (Problemlöser) in Arbeitsprozesse synchron mittels Virtual (VR) bzw. Augmented Reality (AR) einzugreifen. Das zu entwickelnde Qualifizierungskonzept wird in verschiedenen Zielunternehmen ausgetestet, angepasst und validiert. Um sowohl die berufliche Re-Integration als auch die Inklusion sicherzustellen, wird die Umsetzung in den Unternehmen von Tutoren begleitet, die wichtige Schnittstellen im Unternehmen (z.B. in der Personalabteilung) besetzen. Dafür werden im Rahmen des Projekts auch Tutoren geschult. Mittelfristig soll die neuartige Qualifizierung zum Reality-Coach in das Regelangebot der Rehabilitation überführt werden.


Beteiligte Projektpartner sind:

GFN-Logo

  • Die GFN AG mit Stammsitz in Heidelberg bietet Unternehmen, Jobcentern und der Agentur für Arbeit innovative Bildungs- und Coaching-Dienstleistungen sowie Projekte für deren verschiedene Zielgruppen. Zu den Kernkompetenzen gehören IT und moderne Medien. Das Unternehmen ist der führende Microsoft Learning Partner Deutschlands und Teil eines Netzwerks aus Bildungspartnern und Marktführern der IT-Welt.

BFW-Logo

  • Das Berufsförderungswerk Schömberg: Das BfW Schömberg bietet neben Bildungsangeboten unterstützende Leistungen wie Integrationsmanagement, Gesundheitsförderung oder Bewerbungscoaching im beruflichen Reha-Prozess an.

BUW-Logo SIKoM-Logo

  • Das SIKoM+, Bergische Universität Wuppertal: Das SIKoM+ erforscht die Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Veränderungen sowie die Konsequenzen der digitalen Transformation für Wirtschaft und Gesellschaft und entwickelt Ansätze, um die Einführung neuer Informations-, Kommunikations- und Medientechnologien in die Anwendung zu unterstützen.